Wer im Internet eine Mehrtageswanderung in Island sucht, stosst schnell auf den Laugavegur-Trail: ein Trekkingklassiker, welcher meist von Landmannalaugar im Norden nach Þórsmörk im Süden gewandert wird. Auf diese Weise überwiegen die Höhenmeter, welche man hinunterläuft, wobei man mehrfach in den Genuss von traumhaften Aussichten über ungewohnte und abwechslungsreiche Landschaften kommt. Wer das Bergaufwärtswandern bevorzugt, wählt besser die umgekehrte Variante: So kann als krönender Abschluss ein entspannendes Bad in den warmen Quellen in Landmannalaugar genommen werden.

In den meisten Reiseführern ist der Trail als Viertageswanderung angegeben. Der Trail ist mit seiner Länge von knapp 55km und 1702m Höhendifferenz auch gut in drei Tagen machbar und eignet sich von der Schwierigkeit der Laufetappen her bei guten Wetterbedingungen auch für Anfänger.

Vorbereitung

In zahlreichen Internetberichten steht, dass der Laugavegur gut gekennzeichnet ist, und es eine Herausforderung sei, sich zu verlaufen. Für den Fall der Fälle habe ich mir trotzdem offline Karten des Trails über die App Alltrails heruntergeladen und ausgedruckt. So hätten wir uns auch noch orientieren können, wenn das Handy kein Akku mehr gehabt hätte. Zwar haben wir die Karten weder auf dem Handy noch in Papierform gebraucht, wären im Notfall aber sicherlich hilfreich gewesen.

Der Wetterbericht zeigte zehn Tage lang fast durchgehender Regen an, rückblickend war das Wetter aber ziemlich gut, da die jeweiligen Regenschauer sehr kurz und mild waren. Vom Wind hingegen wurden wir aber nicht vollständig verschont. Am zweiten Tag war es nahezu unmöglich miteinander zu reden, und auch mit ca. zehn Kilo Gepäck musste man sich richtig gegen den Wind stemmen.

Da alles was auf die Wanderung mitgenommen wird, getragen werden muss, habe ich mich wo immer möglich auf das nötigste beschränkt.

Packliste

  • Wasserdichtes und Windfestes Zelt
  • Schlafsack und dessen Regenschutz
  • Schlafmatte
  • Aufgeladene Powerbank
  • Kleidung
  • Wanderstöcke (besonders praktisch beim Furten)
  • Karte des Trails
  • Wasser (unterwegs gibt`s Quellen und bei den Hütten kann man auch Trinkwasser auffüllen)
  • Gaskartusche (kann man in Reykjavik kaufen)
  • Pfanne und Besteck
  • Essen für 3-4 Tage

Was ich das nächste Mal zusätzlich mitnehmen würde

  • Schuhe, die beim Furten getragen werden können (die Steine sind teilweise spitzig oder rutschig)
  • Sonnencreme (trotz schlechter Wettervorhersage habe ich mich verbrannt)

Tag 1

Unser Abenteuer startet um 07:00 Uhr beim Busbahnhof in Reykjavik. Vor dem Einsteigen wird der Rucksack unter dem Bus verstaut. Hierfür haben wir unsere Rucksäcke bereits im Regenschutz eingepackt, da mit dem Bus Flüsse durchfahren werden, wobei je nach Zustand des Buses Wasser in den Verstauraum gelangen kann. Die Fahrt an sich dauert 4 Stunden inklusive einer halbstündigen Raststätten-Pause.

Bereits während der Busfahrt kann man die einzigartige Landschaft zwischen Reykjavik und Landmannalaugar bestaunen. Dass viele weitere Touristen über die sehenswerte Umgebung von Landmannalaugar Bescheid wissen, merken wir beim Aussteigen. Nebst unserem, waren weitere volle Busse am gleichen Ort im weit draussen im Nichts geparkt.

Hier gibt es eine letzte Möglichkeit auf die Toilette zu gehen, Wasser aufzufüllen und etwas zu Essen zu kaufen. Bei dieser, wie auch bei den meisten anderen Hütten, gibt es Gaskartuschen, welche anderer Wandernde nicht vollständig aufgebraucht haben, die man gratis mitnehmen darf.

Aufgrund der vielen Tagestouristen sind die ersten Stunden der Wanderungen ziemlich begegnungsreich und der Weg sehr gut gekennzeichnet. Es ist nahezu unmöglich sich zu verlaufen. Die Wanderung ist aufgrund der andersartigen Landschaft sehr kurzweilig. Man hat fantastische Aussichten auf farbige Berge, sieht mehrfach geothermische Quellen und Dämpfe aus der Erde austreten und auch die Schneefelder, welche überquert werden müssen, gestalten die Wanderung abwechslungsreich. In diesem Abschnitt werden die meisten Höhenmeter gemacht. Das Zelt schlugen wir in XXXX auf, wo man hätte baden können (taten wir aufgrund der Temperaturen nicht) und beobachteten einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Tag 2

Am zweiten Tag weht ein stürmischer Wind, sodass man sich sogar mit 10 Kilo Gepäck gegen den Wind stemmen muss um nicht weggeweht zu werden. Schon bald muss der erste Fluss überquert werden. Wir tun dies Barfuss, was zwar möglich ist, aber nicht unbedingt angenehm. Ich empfehle, ein zweites paar Schuhe für die Überquerung mitzunehmen. Beim Furten trifft man immer wieder auf andere Wanderer, ansonsten ist die Anzahl an Begegnungen im Vergleich zum Vortag sehr gering.

Die eindrücklichen Berge werden zurückgelassen und sind nur noch in der Ferne erkenntlich, während man ein weitläufiges Lavafeld durchwandert. Nur kleinste Formen der Vegetation wachsen hier und das Laufen hat etwas sehr meditatives. Doch auch diese Landschaft ändert irgendwann und neue tolle Aussichten über andere Hügel, Wasserfallschluchten und schwarze Sandfelder eröffnen sich. Die zweite Übernachtung findet in XXX statt, wo auch viele andere ihre Zelte aufgeschlagen haben.

Tag 3

Und auch der dritte Tag bietet eine ganz neue Vielfalt an Aussichten und Landschaften. Neu läuft man hier über Grasebenen, sieht zum ersten Mal seit Beginn der Wanderung Bäume und teilweise sogar Schafe. Auch an diesem Tag müssen kalte Flüsse durchquert werden, wobei man darauf achten sollte, den Fluss an der breitesten Stelle zu durchqueren. An schmaleren Stellen ist das Wasser teilweise oberschenkeltief und die Strömung stärker als an anderen Stellen. Die letzte Etappe vergeht im Fluge und bereits um 15.00 Uhr können wir mit dem Bus zurück nach Reykjavik.